Einfluss des Entmistungsregimes auf die Stallluftqualität
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Literatur: Fachkongress Göttinger Pferdetage ‘09­­­, Seite 196 bis 202

Für die Untersuchung stand ein Pferdestall mit fünf Einzelboxen zur Verfügung.
In einer Box in der Mitte des Stalles stand während der Versuche kein Pferd;
die Messtechnik für die Gas- und Partikelerhebungen wurde hier aufgebaut.
Für die Konzentrationsmessungen von Ammoniak (NH3), Methan (CH4), Kohlenstoffdioxid (CO2)
und Lachgas (N2O) wurden jeweils zwei Messleitungen in die vier Versuchsboxen verlegt.

In der ersten Versuchsvariante wurden alle vier Versuchsboxen mit Weizenstroh eingestreut.
In einem Zeitraum von zwei Wochen wurden die Boxen nicht ausgemistet und auch
kein Kot entfernt.
Es wurde einmal am Tag morgens eine definierte Menge (1 kg/m2) nachgestreut.

In der zweiten Versuchsvariante wurde über den Zeitraum von zwei Wochen alle
Versuchsboxen mit Stroh eingestreut, täglich komplett ausgemistet und
neu eingestreut (3,5 kg/m2 und Tag).

In der dritten Versuchsvariante, ebenfalls über einen Zeitraum von zwei Wochen, wurden alle
Versuchsboxen mit Stroh eingestreut.
Täglich wurden die Kotstellen aus den Boxen entfernt und nachgestreut (1kg/m2).

Während der Untersuchung befanden sich in den Boxen jeweils eine Warmblut-Zuchtstute.
Der Versuch wurde in dem Zeitraum vom 08.11.2006 bis 09.02.2007 durchgeführt.

Die signifikant höchsten Ammoniakwerte wurden bei der Variante 2
(tägliches Ausmisten) gemessen.

Die höchsten Kohlendioxid- und Methanwerte wurden bei Variante 3
(tägliche Kotentfernung) festgestellt.

Die höhere Ammoniakkonzentration bei der Variante 2, tägliches Ausmisten,
ist darauf zurückzuführen, dass durch das tägliche Entfernen des Einstreu-Gemischs
nitrifizierende Mikroorganismen sich nicht im ausreichenden Ausmaß vermehren können,
um den Stickstoff im Mist/Einstreu Gemisch zu fixieren.

Die Nitrifizierung ist dafür verantwortlich, dass die Ammoniakkonzentrationen auch bei einer
mehrwöchigen Mistmatratze nicht stetig steigen.

Zusammenfassung: (Seite 201/202)

Die zweiwöchige Mistmatratze bietet Vorteile im Vergleich zum
täglichen Misten hinsichtlich der Partikel- und Gasgenerierung.
Auch im Verlauf einer mehrwöchigen Mistmatratze
wurden keine kontinuierlich ansteigenden Ammoniakwerte
im Stall erfasst.
Anhand dieser Ergebnisse ist es hinsichtlich
der Ammoniak- und Partikelgenerierung sinnvoll, auf das
tägliche Ausmisten zu verzichten, wobei jedoch auf
eine regelmäßige und ausreichende Nachstreu zu achten ist.

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