Freilauf - Führanlage

Pferde sind Bewegungstiere:

Wildpferde legen täglich Strecken um die 30 km zurück.
Nicht beim Grasen, sondern auf ihren Märschen zu den Wasserstellen oder beim Wechsel der Weidegründe sind die Pferde gezwungen, sich in fleissigem Schritt voran zu bewegen.
Naturpferde halten vorzugsweise grosse Distanz zu den Wasserstellen wegen der möglichen
Raubtiergefahr und nehmen dafür weite Wege in Kauf.

Wie kann man nun dem Anspruch des domestizierten Pferdes an Bewegung gerecht werden?

Eine Führanlage mit grossem Radius bietet die optimale Möglichkeit, Pferde kontrolliert und effektiv zu bewegen.
Unsere Führanlage hat einen Durchmesser von 21 Metern und einen integrierten Longierzirkel mit 16 Meter Durchmesser.

Besonderheiten der Durchblutung des Pferdeorganismus:

Die zu langsamen und unkontinuierlichen Bewegungen des Pferdes beim Grasen oder im Paddock reichen nicht aus, den Hufmechanismus in seiner Funktion als “Blutpumpe” zu aktivieren. Erst wenn das Pferd etwa 20 Minuten fleissig Schritt gegangen ist, ist die Durchblutung aktiviert. Die Blutpumpe des Hufmechanismus hat einen erheblichen Anteil an der Durchblutung des gesamten Pferdekörpers, da diese Pumpfunktion des Hufes das Herz in hohem Maße unterstützt. Das Pferdeherz ist übrigens im Verhältnis zu anderen Säugetieren wie Katze oder Hund vergleichsweise klein.

Aufbau von Muskulatur und Kondition:

Pferde, die täglich in einer Führanlage gearbeitet werden, bauen eine sehr gute Muskulatur und Fitness auf.
Diese gute Kondition schützt vor Verletzungen und vorzeitigem Verschleiß.

Aufwärmen vor dem Reiten:

Das Pferd vor dem Arbeiten ausreichend aufzuwärmen, ist enorm wichtig.
Durch die Bewegung -mindestens zwanzig Minuten Schritt- verteilt sich die Gelenkflüssigkeit, sorgt so für ein buchstäblich reibungsloses Funktionieren, den Schutz und die Ernährung des Gelenks.
Die Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) ist im Normalfall eine honiggelbe und leicht zähflüssige Substanz.
Sie dient gleichzeitig der Federung, Gleitfähigkeit und Ernährung der Gelenkknorpel, da diese kaum durchblutet sind.
Aus Zeitmangel, bei unkomfortablen Aussentemperaturen etc. werden die Pferde oft nicht ausreichend warmgeritten, was sich nachteilig auf die Gesunderhaltung des Gesamtorganismus des Pferdes auswirkt.

Die Vorteile zusammengefasst:

- Muskelaufbau und generelle Stärkung von Kondition und Fitness
- Aufwärmung und Lockerung der Muskulatur vor der Arbeit
- Funktionale Vorbereitung der Gelenke vor dem Reiten -> Verteilung der Gelenkflüssigkeit
- Minderung von Verletzungen und Verschleiß durch kontrolliertes Bewegen und Aufwärmen
- Beruhigung und Abkühlen nach dem Reiten
- Positive Auswirkung auf die Psyche der Pferde
- Wichtig für die Atmungsorgane
- Gut für die Verdauung

Thema Sicherheit

Unsere Freilauf - Führanlage bietet höchstes Sicherheitsniveau für Pferd (und Mensch):

Die geräumigen Laufabteile sind mit grossen Gummimatten unterteilt –
keine Verletzungsgefahr durch harte scharfe Kanten oder Sonstiges.
Die Drehgeschwindigkeit ist stufenlos einstellbar und für Gangart- und Richtungswechselintervalle gibt es
10 unterschiedliche Programme zur Auswahl, so dass ein individuell abgestimmtes Training gewährleistet ist.
Zusätzlich ist in unsere Führanlage zentral ein Longierzirkel integriert.

Anmerkung:
Pferde mal eben 10 Minuten in der Halle oder auf dem Platz toben zu lassen, ist schlichtweg falsch, denn der Organismus des Pferdes ist auf diese Art von Bewegung im “Kaltstart” nicht eingestellt. Die Verletzungs- und Verschleißgefahr für Sehnen, Bänder und Gelenke ist hoch.